Mein Mann und ich sowie einige Freunde aus dem Marketingbereich haben überlegt wie wir Bayern und die Welt unterstützen können. Da wir nicht zu den systemrelevanten Berufsgruppen gehören, sondern für unsere Ideen bezahlt werden, möchten wir diese kostenlos zur Verfügung stellen, um zu helfen.
Liebe Bäcker, Metzger, Gemüsehändler, Getränkemärkte und Restaurantbesitzer.
Heute richten wir uns an Euch mit einem Appell.
Wartet bitte nicht in Zeiten der Krise darauf, dass die Kunden zu Euch kommen. Mit den nun verhängten Ausgangsbeschränkungen und immer mehr infizierten Personen, wollen die Menschen sich möglichst nicht mehr draußen aufhalten. Sie meiden Geschäfte und Menschenansammlungen.
Dies führt dazu, dass die Menschen in einen Supermarkt fahren und dort versuchen alle Produkte gesammelt zu kaufen. Dies gilt für Fleisch- und Wurstwaren, Gemüse und Obst, Getränke genauso wie für Semmeln, Brot und Kuchen.
Unsere wichtigste Idee für Euch, liebe Bäcker, Metzger, Gemüsehändler, Getränkehändler und Restaurantbesitzer. Ihr könnt in der Krise mit Euren Mitarbeitern einen Lieferdienst eröffnen.
Wie kann man einen Lieferdienst schnell einführen?
Einfachste und kostengünstigste Wege des Marketings
- Plakat ins Fenster der Filiale „Wir liefern auch zu Ihnen nach Hause!“
- Auf kleinem Tischchen oder an der Theke Bestellformulare ausgelegen.
- Handzettel in der Umgebung der Filiale in den Briefkasten werfen.
Handzettel oder Bestellzettel könnten so oder so ähnlich aussehen
Kunden Name:
Kunden Adresse:
Zahlvariante: entweder PayPal, oder der Kunde kommt einmal wöchentlich vorbei und bezahlt in Vorkasse
Kundenkonto anlegen, für ältere Leute, die kein Pay Pal Konto haben oder keine EC-Karte besitzen. Ein gewisser Barbetrag wird bei der ersten Lieferung bezahlt und dann werden so lange die Waren geliefert, bis der Betrag abgegolten ist. Bei der letzten Lieferung bestimmt der Kunde, ob er den Service weiter in Anspruch nehmen möchte und bezahlt für die gewünschte Lieferzeit im Voraus.
Zustellvariante: z.B. Tüte an die Türklinke hängen, bestimmten Ablageort festlegen
Ankreuzkästchen für die Häufigkeit der Lieferung (täglich oder wöchentlich)
Beispiel eines Handzettels für den Bestellservice eines Bäckers
x Montag: 2 Brezen, 1 Sesamsemmel, 1 Baguette
Dienstag
Mittwoch:
x Donnerstag: 2 Brezen, 1 Sesamsemmel, 1 Baguette
Freitag
Samstag
x Sonntag: 2 Brezen, 1 Sesamsemmel, 1 Baguette
Auf der Rückseite des Handzettels könnten dann die Preise der beliebtesten oder meistgekauften 10 oder mehr Produkte abgedruckt sein. Falls die Lieferung einen Aufpreis hat, diesen auch bitte vermerken.
Die Krise als Chance begreifen
Wir hoffen sehr, dass viele Unternehmer die Krise als Chance begreifen. Denn wenn die Covid-19 Krise überwunden ist, kann der Lieferservice weiterbestehen. Ältere Menschen oder Menschen mit Einschränkungen sowie auch Familien werden gerne weiterhin bei dem Bäcker, Metzger ihres Vertrauens bestellen. Auch die Kundenbindung kann durch ein beherztes Handeln in der Krise verbessert werden.
Getränkemärkte, sollen jetzt ihre Getränke ausliefern. Im Internet werden Stimmen laut, dass der Leergutrücklauf stagniert. Diesen kann man durch einen Lieferservice mit gleichzeitiger Leergutrücknahme ausgleichen.
Wichtiger Tipp für den Anfang: „Sich selbst nicht übernehmen, beginne mir 10 oder 20 Haushalten und probiere erstmal aus wie es läuft. Keine Angst vor Rückschlägen. Man sollte das Lieferkonzept immer wieder überprüfen und an die Lage anpassen. In einem kleinen Dorf können andere Maßnahmen greifen, als bei einem Geschäft in der Innenstadt.
Falls der Aufbau eines eigenen Lieferdienstes aus bestimmten Gründen nicht in Frage kommt, kann man sich als Unternehmer auch an professionelle Lieferservices wie Lieferando wenden.
Auch bei kleinen Filialen: Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Zum Schutz der Kunden sollte man als Unternehmer überlegen, ob der bargeldlose Zahlungsverkehr eine Möglichkeit wäre den Kunden in Zeiten von Covid-19 noch mehr Schutz zu bieten.
In vielen Bäckereien, Metzgereien und Gemüseläden, ist immer noch Bargeld das einzig mögliche Zahlungsmittel. Da wir leider wissen, dass Viren auch auf Oberflächen einige Zeit überleben können, wäre der komplette Verzicht auf Bargeld auch aus Seuchenschutzgründen eine gute Sache. Bargeldlose Zahlmethoden sind z.B.
- PayPal
- Paydirekt
- Giropay
- Sofort-Dienst (ehemals SOFORT Überweisung)
- Masterpass
- Amazon Pay
- Apple Pay
- GooglePay
- Barzahlen.de
oder EC-Karten mit kontaktfreier Bezahlfunktion
Ein wichtiger Tipp noch für besorgte Bürger: Payback Pay, gibt es jetzt schon bei REWE und Penny. Man kann dort also komplett bargeldlos einfach mit dem Handy an der Kasse bezahlen und muss kein Wechselgeld mehr in die Hand nehmen.
Hygienemaßnahmen
Wichtig ist, besonders in Zeiten von Covid-19, dem Kunden sichtbar zu vermitteln, dass alle jetzt geltenden Hygienebestimmungen und Vorgaben eingehalten werden. Dies kann man durch die Benutzung von Einmalhandschuhen oder Desinfizieren von Händen der Mitarbeiter oder das Tragen eines Mundschutzes, insbesondere im Lebensmittelbereich, sehr gut zeigen. Je sicherer sich der Kunde in der Filiale fühlt, desto eher ist er bereit, in den nän Wochen wieder bei Ihnen einzukaufen.
Werbung und Marketing sind teuer
Werbung und Markforschung kosten normalerweise viel Geld. Jetzt ist die beste Zeit für Euch als Unternehmer selbst mit dem richtigen Service für Euch zu werben. Macht jetzt Spezialangebote, die auch später nach Covid-19 die Kundenbindung steigern. Wenn Ihr in schlechten Zeiten für Eure Kunden da seid, bleibt Ihr mit Euren sehr beliebten Produkten immer in Erinnerung. Die Königsklasse des Marketings heißt „Story telling“. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich in zwei Jahren Kunden vor Eurer Filiale treffen und sagen. Kannst Du Dich noch an März 2020 erinnern, da war ich in Quarantäne zu Hause und der Bäcker XY hat mir immer meine Lieblingssemmeln und den tollen Apfelstrudel ins Haus geliefert. Seitdem bin ich Stammkunde und am Sonntag gönn ich mir immer mein Frühstück im Bett. Mein Bäcker liefert mir die Semmeln dann immer an die Haustüre. So oder so ähnlich können Sie im Gedächtnis bleiben und Ihren Kundenstamm sogar erweitern.
Jetzt möchte ich schließen mit einem Zitat von Oscar Wilde “Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.”
